Partizipatorische Plattform

PARTIZIPATORSICHE PLATTFORM MONDBASIS:

Die Situation von Stadtentwicklung profitiert stets von nachhaltig ausgerichteter Quartiersentwicklung. Konsumorientierung, Gentrifizierung, Verknappung und Auflösung von Freiräumen (Recht auf Stadt) und die damit einhergehende Vereinzelung und Nicht-Integration von Bewohnern und sozialer Randgruppen sind aktuelle Herausforderungen, deren Bewältigungsverantwortung zunehmend  bei  der Bevölkerung liegt.

Mit Hilfe eines Ortes in der Stadt, eines Freiraums der in der Praxis funktioniert und lebendig ist, kann aus einer „Bottom Up“ Bewegung (aus der Bevölkerung selbst heraus) und somit durch eine natürliche Veränderung der gegebenen Verhältnisse initiiert und erzeugt werden. Hier verankert sich ein System hinterfragender Perspektivwechsel und wirft im Kern die Frage auf ‚How do you feed the system?’

Die Mondbasis ist in dieser Absicht als RaumKunst-Projekt in Form einer partizipatorischen Plattform mit integrierter Galerie und ökologischem Cafe vor zweieinhalb Jahren von der Künstlergruppe LunoX, Sandra Bauer und Alexander Spang initiiert worden und befindet sich am Rande der Innenstadt von Lüneburg.
Das permanent installierte Projekt wurde ausschließlich aus privaten Mitteln und frei von Fördermitteln, Werbegeldern oder Eintrittsgeldern umgesetzt, steht somit unabhängig auf eigenen Beinen und gestaltet sich frei von Instrumentalisierung.

Die Mondbasis kann von jedem Menschen kostenlos genutzt werden, Bildungspotentiale, Gemeinschaft und Arbeit wird in nicht hierarchischem Verständnis geteilt. Das Konsumverhalten steht vorwiegend im Hintergrund.
In der Mondbasis wird aus bereits bestehendem und neu hinzukommendem etwas Nutzbares generiert. Es dürfen Regeln zur Orientierung und der Habitus gelten der eher an vergangene Dorfkulturen statt moderne Stadtmentalität erinnert. Man begegnet sich persönlich, gleichwertig und respektvoll, wird einander vorgestellt, darf sich hinzugesellen und sich aktiv mit einbringen, ohne seine Fähig- und Fertigkeiten unter Leistungsbeweis stellen zu müssen. Aus dieser Qualität heraus ist und wird zunehmend mittlerweile selbstständig ein Miteinander kultiviert das gesellschaftsfähig, innovativ und zukunftsweisend in Bezug darauf ist, wie man friedlich und versorgt miteinander leben kann.
Die Teilnehmer dieser Plattform verstehen, dass Raum, auch sozialer Raum veränderbar ist und dass die Verantwortung seinen Raum zu gestalten bei jedem selbst liegt. Jeder selbst kann die Entscheidung treffen dies soweit wie möglich selbstbestimmt zu tun. Mündig zu sein. Dieses mit den Möglichkeiten, die mitgebracht werden, dem Miteinander, welches exponentiell zu Zielen führt, die ein Einzelner nicht erreichen kann.

Seit dem Start wurden auf der Plattform mehr als 300 Veranstaltungen und Aktionen durchgeführt und initiiert, auf die im Folgenden etwas genauer eingegangen wird.

In verhältnismäßig kurzer Zeit haben sich Initiativen (z.B. Foodsharing Projekt Lüneburg, Transition Town Bewegung), Studenten, Professoren und Dozenten der Universität, Bürger der Stadt und Umkreis sowie national und International in der Mondbasis in Kommunikation und Kooperation zusammengefunden und arbeiten öffentlich an Theorie und Praxisumsetzung für jeden Teilhabe gewährend. Beispiele hierfür:
Im Co-Working Space wird aktuell an dem stadtnahem Wir-Garten Projekt oder an einem Aktionswochenende für Hamburg zum Thema Food-Cooperativen gearbeitet.
Der Artspace der Mondbasis ist angebunden an das ARTE-Creativ Netzwerk und kuratiert regelmäßig Ausstellungs- und Kommunikationsprojekte von und mit regionalen, nationalen und internationalen Künstlern unter anderem aus Mexico, Argentinien, Peru, Iran, Afghanistan, Hamburg, Berlin und Lüneburg.
Im Initiativspace finden permanent Bildungs- und Informationsveranstaltungen zu unterschiedlichen Lebensbereichen statt (z.B. oikos Lüneburg -Nachhaltigkeitsentwicklung und Unternehmensethik, Schlau e.V., der Bildungsveranstaltungen im Bereich sexueller Aufklärung an Schulen vorantreibt oder das Lüneburger Reparaturcafè). Darüber hinaus wird der Aspekt der Interkulturalität groß geschrieben. Von Lesungen, Theater und Performance, Live-Musik, Musik- und Kunstvermittlung, über gelebte Handwerkskunst, Veranstaltungen zum Thema Gesundheit und Ernährung, Sprachveranstaltungen bis hin zum verlorenen MUßE TUN und dem EINFACH SEIN wurde bisher ein breites und buntes und vor allem dynamisches Angebot entwickelt.

Das Kollektiv der Mondbasis sind mit Aktionen, Ausstellungs- und Kommunikationsprojekten auch über die Stadtgrenzen hinaus aktiv (z.B. Berlin, Hamburg, Erfurt).
Frei nach dem Modell einer „offenen Gesellschaft“ ist in der Mondbasis jeder willkommen und kann mitgestalten und sich einbringen.

Aktuell ist der Mondbasis e.V. gemeinnütziger Förderverein sozialer Kunst und Kulturprozesse im öffentlichen Raum entstanden und erfreut sich wachsender Mitgliedszahlen.

 

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